Business Plan erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gründer:innen
Erstellen Sie Ihren Businessplan erfolgreich: Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gründer:innen mit Tipps zu Marktanalyse, Finanzierung und Strategie
Wer in Deutschland ein Unternehmen gründen will, kommt um ihn nicht herum: den Businessplan. Ob für die Beantragung von Fördermitteln, das Gespräch mit potenziellen Investor:innen oder als strategischer Fahrplan für die eigene Gründung – ein fundierter Businessplan ist ein zentrales Element jeder Unternehmensgründung.
Aber was gehört eigentlich in einen guten Businessplan? Und wie erstellt man ihn richtig?
In diesem Beitrag führen wir dich Schritt für Schritt durch den Prozess – praxisnah, verständlich und auf deutsche Gründer:innen zugeschnitten.
Warum ist ein Businessplan so wichtig?
Ein Businessplan ist nicht nur ein „Dokument für die Bank“. Vielmehr ist er ein strategisches Werkzeug, mit dem du:
Deine Geschäftsidee konkretisieren und überprüfen kannst
Finanzielle Risiken besser einschätzen lernst
Investoren und Kreditgeber überzeugst
Den Aufbau deines Unternehmens strukturierst
Deinen Fortschritt im Blick behältst
Gerade in der Gründungsphase hilft dir der Businessplan dabei, realistisch zu bleiben, Prioritäten zu setzen und Stolperfallen frühzeitig zu erkennen.
Die 10 wichtigsten Bestandteile eines Businessplans
Ein vollständiger Businessplan besteht meist aus folgenden Kapiteln. Diese Gliederung ist in Deutschland üblich und wird auch von IHK, KfW oder Banken empfohlen.
1. Executive Summary (Zusammenfassung)
Obwohl dieses Kapitel zuerst steht, wird es meist zuletzt geschrieben. In der Executive Summary fasst du die wichtigsten Informationen deines Plans kompakt zusammen: Geschäftsidee, Zielgruppe, USP, Kapitalbedarf und Perspektiven. Halte dich kurz – eine Seite genügt.
Tipp: Schreibe so, dass jemand in 60 Sekunden versteht, worum es geht – ohne Fachchinesisch.
2. Geschäftsidee und Zielsetzung
Beschreibe, was du genau anbietest. Welches Problem löst dein Produkt oder deine Dienstleistung? Welchen Mehrwert bietest du? Und was ist dein Ziel – langfristig und kurzfristig?
Hier geht es darum, deine Vision verständlich und greifbar zu machen.
3. Markt- und Wettbewerbsanalyse
Kein Businessplan ohne Marktverständnis. Recherchiere:
Wer ist deine Zielgruppe?
Wie groß ist der Markt?
Welche Trends gibt es?
Wer sind deine direkten Konkurrent:innen?
Was unterscheidet dich von ihnen?
Zahlen, Studien und echte Kundenfeedbacks sind hier Gold wert.
4. Marketing- und Vertriebsstrategie
Erkläre, wie du deine Zielgruppe erreichen willst:
Online- oder Offline-Marketing?
Social Media, SEO, PR, Influencer?
Vertriebskanäle: Direktverkauf, Online-Shop, Plattformen?
Zeige, dass du konkrete Maßnahmen kennst – und nicht einfach „irgendwie Werbung machst“.
5. Produkt- oder Dienstleistungsbeschreibung
Hier kannst du technisch oder detailliert werden. Beschreibe dein Angebot, Produktionsweise, Lieferanten, Qualitätssicherung, rechtliche Rahmenbedingungen etc. Wichtig: Was ist innovativ oder besonders daran?
6. Unternehmensorganisation & Team
Gib einen Überblick über die Unternehmensstruktur, die Rechtsform (z. B. UG, GmbH, Einzelunternehmen) und wer die Schlüsselpersonen im Team sind. Investoren interessiert besonders: Wer bringt welche Kompetenzen mit?
7. Standort und Infrastruktur
Gib an, wo du tätig bist (physisch oder digital). Welche Rolle spielt der Standort für dein Geschäft? Wie ist dein Unternehmen technisch aufgestellt? Hier zählen oft auch Logistik, IT-Systeme oder Lieferketten.
8. Finanzplan
Der Kern jedes Businessplans. Er sollte mindestens beinhalten:
Kapitalbedarf (wie viel Geld wird benötigt?)
Liquiditätsplanung (Monat für Monat)
Umsatz- und Kostenprognosen
Rentabilitätsvorschau (ab wann wird Gewinn erwartet?)
Break-even-Analyse
Nutze Tabellen, sei realistisch und rechne nachvollziehbar. Unterstützende Tools oder eine Beratung können hier sinnvoll sein.
9. Chancen und Risiken
Jedes Geschäft birgt Risiken – zeige, dass du sie erkennst. Ob Konkurrenzdruck, technologische Abhängigkeit oder rechtliche Hürden: Wichtig ist, wie du mit diesen Risiken umgehen willst.
Zugleich solltest du auch Chancen aufzeigen: Skalierung, Expansion, neue Märkte etc.
10. Anhang
Hier kommen alle Belege und Ergänzungen hin: Lebensläufe, Produktbilder, Verträge, Studien, Zertifikate, Testberichte, rechtliche Nachweise – alles, was deine Aussagen im Plan unterstützt.
Business Plan erstellen: So gehst du Schritt für Schritt vor
Die Erstellung eines Businessplans erstellen kann überwältigend wirken – aber mit Struktur klappt es:
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Recherchiere gründlich: Nimm dir Zeit für Markt- und Konkurrenzanalyse.
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Schreibe verständlich: Ziel ist Klarheit – nicht akademisches Schreiben.
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Nutze Vorlagen, aber kopiere nicht: Inspiration ja, Copy-Paste nein.
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Hole dir Feedback: Lass deinen Plan gegenlesen – z. B. von Gründungsberatungen oder der IHK.
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Bleibe realistisch: Übertriebene Umsatzprognosen wirken unglaubwürdig.
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Überarbeite regelmäßig: Ein Businessplan ist ein lebendiges Dokument – passe ihn an, wenn sich Dinge ändern.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
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Zu viel Theorie, zu wenig Praxis: Investoren wollen greifbare Lösungen, keine Visionen ohne Bodenhaftung.
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Fehlende Zahlen oder ungenaue Kalkulationen: Gerade im Finanzplan solltest du sauber arbeiten.
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Unklare Zielgruppe: Wer „alle“ anspricht, erreicht oft niemanden.
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Copy-Paste aus Internetvorlagen: Das wirkt unprofessionell.
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Zu optimistisch oder zu vage: Sei ambitioniert, aber belegbar.
Hilfreiche Tools und Ressourcen in Deutschland
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Gründerplattform.de: Offizielle Plattform mit kostenlosen Businessplan-Vorlagen
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IHK- oder HWK-Beratung: Regionale Unterstützung für Gründer:innen
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KfW Gründerzentrum: Förderberatung, Finanzierungshilfen und Infos
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Tool-Tipp: Excel, Planer-Software oder Programme wie „Unternehmenswelt.de“ helfen beim Finanzteil
Fazit: Der Businessplan als Kompass deiner Gründung
Ein guter Businessplan ist nicht nur Pflicht, sondern auch eine echte Hilfe – für dich selbst. Er zwingt dich, strategisch zu denken, Risiken abzuwägen und konkrete Entscheidungen zu treffen. Ob als Basis für ein Bankgespräch, Investorenpitch oder deine persönliche Klarheit – wer einen guten Businessplan hat, geht vorbereitet in die Selbstständigkeit.
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